In Stuttgart herrscht sicher kein Mangel an Orchestern. Bis vor wenigen Jahren fehlte jedoch ein Ensemble, in dem Orchesterpraktiker ihre Erfahrungen und Kenntnisse beim gemeinsamen Musizieren gezielt an die nachwachsende Musikergeneration weitergeben können. Diese Lücke wurde mit der Gründung des Bruckner - Sinfonie - Orchesters im Jahre 1998 geschlossen. In diesem Ensemble sind um einen Kern von Instrumentalisten aus professionellen Orchestern vor allem Stuttgarts viele Studierende der Musikhochschulen in Stuttgart und Trossingen versammelt. Musikstudenten sollen darüber hinaus auch die Möglichkeit erhalten, in Abschlusskonzerten als Solisten aufzutreten oder in Proben Dirigiererfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus bietet das Orchester Instrumentallehrern und ausgewählten Liebhabern die Möglichkeit, Kontakt zur professionellen Orchesterarbeit zu halten.


Konzertmeister des Bruckner - Sinfonie - Orchester sind - alternierend - erfahrene Geiger aus führenden Positionen des SWR - Radiosinfonieorchesters und des Staatstheaterorchesters Stuttgart.


Anton Bruckner (1824 - 1896) als Namenspatron des Orchesters ist auch Programm. Wolfgang G. Hofmann, der Gründer und Leiter des Orchesters, wählte den Namen nicht zuletzt unter dem Eindruck, den bei ihm (und einigen Stammspielern) die Arbeit mit Sergiu Celebidache am Werk dieses Symphonikers par excellence hinterließ. Als langjähriger Hornist im Sinfonieorchester des SWR spielte er nicht nur unter der Leitung des - inzwischen legendären - Dirigenten, sondern erlernte bei ihm auch das Handwerk des Dirigierens.



Zielsetzung

Die Aktivität des Orchesters ist breit gefächert. Neben der Wiedergabe der großen sinfonischen Werke setzt man sich auch mit Themen oder Stücken auseinander, die im allgemeinen Konzertbetrieb weniger Berücksichtigung finden. So war kürzlich ein Konzert dem Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Im Jahre 2003 spielte das Orchester Franz Liszts große "Dante-Symphonie", ein Werk, das nach dem zweiten Weltkrieg in Stuttgart - völlig zu Unrecht - nicht aufgeführt wurde.

Zwischen den gewichtigen Werken der europäischen Kunstmusiktradition kommt darüber hinaus immer wieder auch die leichtere Muse zu Wort. So war das Orchester 2003 bei einer Silvestergala in Sindelfingen auch mit Operettenmelodien und Walzern zu hören. Daneben wird das Orchester auch für die Begleitung von Chören eingesetzt. Da für die professionellen Mitglieder hier nicht der Broterwerb sondern die Förderung des Orchesternachwuchses im Vordergrund steht, ist das Orchester für manchen Chorleiter eine preiswerte Alternative zu anderen Ensembles.

Die regelmäßigen Konzerte des Orchesters finden an seinem Sitz in Stuttgart statt. In der Region (und weit darüber hinaus) werden aber möglichst noch Wiederholungskonzerte veranstaltet. Manche Kirche und Stadthalle hat auf diese Weise ein Orchester von einer Größe erleben können, wie es dort kaum je zu hören war. Ausgewählte Konzerte werden im übrigen mitgeschnitten und als CD veröffentlicht. Zwei Konzerte - darunter auch die "Dante Symphonie" - wurden bereits im SWR gesendet.

Wie bei jedem Unternehmen dieser Art und Größe sind im Hintergrund des Bruckner - Sinfonie - Orchesters allerhand hilfreiche Geister tätig. Das Ensemble wird durch ein ehrenamtliches Organisationsteam unterstützt, das mit viel Liebe und Hingabe dafür sorgt, dass die "Technik" funktioniert.



Dirigent

Wolfgang G. HofmannDer Dirigent und Gründer, Wolfgang G. Hofmann, begann seine musikalische Laufbahn im Alter von 18 Jahren am Staatstheater Bremen als Solohornist.In gleicher Position folgten Engagements 1962 in Basel und seit 1963 am SWR in Stuttgart.

Intensive Studien beim langjährigen Chef des Radiosinfonieorchesters Stuttgart, Sergiu Celibidache, führten ihn zu verschiedenen Dirigaten, u.a. dem venezianischen "Teatro La Fenice" als Assistent von Eliahu Inbal. Insbesondere ließen aber die als Hornist selbst mit musizierten, unvergesslichen Brucknerinterpretationen Celibidaches den Wunsch reifen, etwas von "Celis" Philosophie und Musizierstil weitergeben zu können.
Sergiu Celibidache
Als mehrjähriges Mitglied des Bayreuther Festspielorchesterswurden ebenfalls Impulse großer Dirigenten wie Carlos Kleiber, Karl Böhm u. a. aufgenommen.